'Der Gotthard ist ein Ort der Mythen und Sagen, der Legenden und des nationalen Selbstverständnisses, wo die Menschen den Teufel Brücken bauen lassen und natürliche Urgewalt sich zeigt. Es ist ein Ort, der Norden und Süden verbindet und Grenzen überwindet, ein Symbol für den Aufbruch in die Moderne, für technischen Fortschritt und nationale Ingenieurskunst. Hier zeigen sich auch die Grenzen des Fortschritts, kilometerlange Staus und die Veränderung des Alpenraums durch den Menschen. Der Gotthard, ein Bergmassiv, ist ein Ort der Ambivalenzen, wo sich Natur und Technik, Ökologie und Ökonomie, Öffnung und Festung, Vergangenheit und Zukunft treffen.
Je schneller das Vorwärtskommen, desto weiter der zurückgelegte Weg und desto kleiner die Welt. Mobilität erschliesst neue Räume, führt zu Wohlstand, Fortschritt und Freiheit. Sie verdichtet und verbindet. Mobillität verbaut, zersiedelt und verbraucht Ressourcen. Diese Ambivalenz, Utopien und Ernüchterungen sind Teil der Geschichte des Gotthards. Die Mobilität stösst hier an ihre Grenzen.'
Eine Videoinstallation von Benny Jaberg und Fabian Wegmüller für die Themenausstellung Sasso San Gottardo in der ehemaligen Festungsanlage Sasso da Pigna. Musik von Marcel Vaid. Ausstellung konzipiert von Holzer Kobler Architekturen.